Hamari-Blog

Donnerstag, Mai 19, 2011

Das Zölibat evolutionspsychologisch erklärt

Vor kurzem gab es in kleinem Kreis eine Diskussion zum Thema Zölibat (Mönche, katholische Priester...) und dessen Herkunft.

Ich habe dabei folgende Theorie aufgebaut, die ich hier gerne festhalten möchte:


1. In einer Gruppe von Schimpansen (aber auch anderen Menschenaffen, Affen) gibt es ein Alphatier, welches Anspruch auf die Weibchen erhebt. Im Regelfall jedoch nicht auf alle. Um Bündnisse zu schließen und die eigene Macht zu sichern, gestattet Alpha auch anderen, loyalen Männchen Sex mit "seinen" Weibchen.
(Andere müssen sich dies in unbeobachteten Momenten erschleichen und scheinen sich des Tabubruches bewusst. Sie tun alles dafür, dies zu verheimlichen. Es gibt also eine sehr alte Sexualmoral, welche sich jedoch im Laufe der Zeit mit den sich ändernden Sozialstrukturen beim Menschen auch gewandelt haben muss. Von Gott kommt da also nichts - es sei denn die Schimpansen hätten ihr eigenes Evangelium erhalten...).

2. Das dem Alphatier liebste Männchen wäre wohl eines, welches sowohl loyal wäre, als auch auf Weibchen verzichtete. (Diese These wage ich als mit einem männlichen Gehirn ausgestatteter Mensch unbelegt in den Raum zu stellen)

3. Das alleroberste allmächtige Alphatier denkt ebenso. Immerhin handelt es sich um ein Phantasiekonstrukt des Menschen ("Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild" versucht wohl diese auffällige Ähnlichkeit der Psychologie Gottes und der des Menschen zu erklären - und so dem religionsschädigenden Umkehrschluss den Wind aus den Segeln zu nehmen).
Der Mönch möchte sich so vollkommen unterwerfen, dass er sowohl auf Gottes Wort hört - aber gleichzeitig auch keine seiner Weibchen beanspruchen mag. Und da Gott alles zu sehen pflegt, wäre es dem wahren Gläubigen schwer möglich, den allerobersten Oberaffen zu hintergehen.


PS: Und jetzt bitte keine Diskussion zum Frauenbild und Feminismus...

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2 Comments:

  • At 04 Juni, 2011 20:31, Blogger Knoetchen said…

    Hmm... also für das christliche Zölibat mag deine Theorie gehen...
    Woran du noch etwas feilen solltest, ist die allgemeine Anwendbarkeit hinsichtlich z.B. dem Buddistischen Mönchen, die ja auch im Zölibat leben - ganz ohne "Gott" als manifestes Alphamännchen.
    Des weiteren könntest du in einer kleinen Niederschrift vielleicht erörtern, warum es im Islam kein zölibatäres Mönchtum gibt - die haben doch auch ihr Alphamännchen, das hat aber offenbar andere Ansprüche als das christliche..

     
  • At 26 Juni, 2011 02:02, Blogger Weberameise said…

    Auch im Islam verteilt das imaginäre Alphamännchen zur Belohnung für besondere Dienste Weibchen (z.B. 72 Jungfrauen). Da mag sich das Zölibat nicht durchgesetzt haben, aber die archaischen Wurzeln erkenne ich da trotzdem.



    Aber gut, Buddhismus... Das überlasse ich einem Soziologen der ein Thema für seine Diplomarbeit braucht ;)

     

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