Hamari-Blog

Sonntag, Januar 31, 2010

peinlich blau

Man erinnert sich womöglich noch an den legendären Fehler der ARD bei den Tagesthemen:


Höchstwahrscheinlich handelt es sich nun auch hierbei nur um ein peinliches Versehen:


Quelle: ISNA

Dass die iranische Regierung das womöglich störende "Grün der Opposition" in der Flagge zu ersetzen gedenkt ...ist dann doch zu abwegig.
Obwohl - warum eigentlich? Es wäre ungerecht, dem theokratischen Regime jegliche Lächerlichkeit abzusprechen. Immerhin sieht der seltsame Präsident auch Lichter, die sonst niemand sieht (z.B. bei der UN-Vollversammlung im September 2005).
Ehrlich gesagt: Zu diesem gewagten Schritt in Richtung 'Verlust des letzten Quäntchens Glaubwürdigkeit' würde ich ihn sogar ausdrücklich ermutigen!
Teheran alaaf!

gefunden bei: http://www.rferl.org/
bzw. auch Danke an folgsam dem Fundichristen, der hier negativ aufzufallen pflegt!

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Dienstag, Juli 07, 2009

Erhöhen Revolutionen die Feinstaubbelastung?

Leider kommen nicht mehr alle Informationen in den Medien an (bzw. finden Interesse) und auch in Blogs waren die Informationen zum Streikaufruf schwer zu finden. Es fällt daher schwer zu beurteilen, welche Resonanz der Aufruf im Iran selbst hatte, wo schließlich auch Mund zu Mund Propaganda eine große Rolle spielt.
Dass da etwas war, habe ich zwar in einem Forum noch gelesen, aber mit soliden Quellen sah es dann schon nicht mehr gut aus. Immerhin: bei der Züricher "Weltwoche" fand sich noch ein Hinweis:

"Nationaler Streik am 6. und 7. Juli", "Steht auf! Es ist Zeit gemeinsam zu handeln!" / "Nationwide strike 6th - 7th July", "Stand up! It's time for unity!"



Quelle: weltwoche.ch 05.07.09

Interessant ist in diesem Zusammenhang nun folgende aktuelle Nachricht:


Dust shuts down government offices, schools, firms
Tehran, July 6, IRNA – The Emergency Committee for Tehran's Air Pollution said Monday that all government offices, military organs and revolutionary institutions will be closed in Tehran on Tuesday due to air pollution caused by dust and haze.
The Committee said in a report that due to dust, originating from western parts of the country, which has inundated the capital and majority of other Iranian cities, there will be a one-day holiday for the government offices, schools and industrial units and plants.

It said the holiday for offices will likely be extended if necessary, but industrial units and centers will be off for two days.

It called on citizens to avoid exercises in parks and squares to be immune of the danger.

People with respiratory and heart diseases have been advised to remain indoors.

The dust originating from the Iraqi deserts has so far inundated west, southwest, central, and northwest of Iran.

The dust has brought life to standstill in some western cities including Marivan and Ban'e in Kordestan province.

The air flights to Mahshar, Ahvaz, Yasouj, , Kermanshah, and Sanandaj have all also been canceled.
In some cities there is poor visibility and some citizens are wearing masks.

In western Kermanshah province that borders Iraq the pollution has increased 21 times, and in Shiraz, capital of Fars province, the pollution has increased by ten times.

Iran's environment chief Fateme Vaez-Javadi has visited Baghdad to discuss the issue with the Iraqi officials including Prime Minister Nouri al-Maliki.

In a memorandum of understanding signed between Iran's Department of Environment and the Iraqi Environment Ministry, the two sides agreed to form a committee to investigate the issue.

An Iraqi delegation comprising an expert team and interior, environment and agriculture ministers is expected to visit Iran to get familiar with techniques to prevent the spread of deserts

The dust arising from deserts in Iraq, Saudi Arabia and Syria first covered south and southwestern provinces of Iran but gradually it has increased to cover large swathes of Iran.

As the wind is carrying dust particles from eastern and western neighbors it is necessary that the UN environment department to be involved to put a brake on the environmental disaster which is threatening the health of Iranian citizens.


Quelle: IRNA

Nun kann ich aus der Ferne nicht beurteilen wie erfolgreich der Streik am Montag war, aber dass noch am Abend ein nationaler Feiertag für Dienstag ausgerufen wird spricht eigentlich für sich.

Man kann von diesem Regime also noch einiges lernen. Wenn z.B. die Lokführer wieder einmal streiken, dann sollte die Bahn "aufgrund neuer Erkenntnisse sofort die Achsen aller Züge neu überprüfen und den Bahnverkehr zur Sicherheit der Reisenden partiell lahmlegen..."
Und wenn es die Piloten sind übernehmen wir es einfach 1:1 - "Im Namen der zu senkenden Feinstaubbelastung können heute folgende Flüge nicht..."

Verdammt gewieft! Und durchschauen würde dieses ultrakomplex durchdachte Manöver sicher auch niemand. Zumindest ist die Gefahr, sich lächerlicher zu machen als man ohnehin ist, relativ gering.

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Donnerstag, Juli 02, 2009

Was werden die Israelis tun...

...wenn die Revolution im Iran scheitert?

Inwieweit die Israelis entschlossen waren (sind),die iranischen Atomanlagen tatsächlich zu zerstören, weiß ich nicht. Es handelt sich um relativ großflächige Industriegebiete, die Iraner werden gewisse Vorkehrungen getroffen haben und in unmittelbarer Reichweite Israels liegen die Anlagen nicht. Ein Großteil der Ziele läge in der Nähe Isfahans, einer Millionenstadt. Ein flächenwirksamer Nuklearschlag ist daher ziemlich ausgeschlossen, zumal in Isfahan auch die größte jüdische Gemeinde Irans lebt.

Auf konventionelle Waffen angewiesen, wäre eine Zerstörung des Programms also äußerst aufwändig und langfristig von zweifelhaften Erfolgschancen.
Dennoch vernimmt man aus Israel oft genug Absichtsbekundungen, die Anlagen zu zerstören. Dazu kommt ein begrenztes Zeitfenster:

Dagan also told the committee the Mossad believed that Iran would have its first nuclear bomb ready for action in 2014, "If the project continues at the present rate and is not interrupted."



Quelle: Haaretz

Nun hat sich natürlich durch die Massenproteste der Iraner die Lage unerwartet geändert. Zwar wird sich die Beliebtheit Israels im Iran auch durch eine Revolution nicht großartig steigern, jedoch könnte man zumindest eine pragmatischere Politik erwarten und ein Präventivschlag damit obsolet werden. Selbst mit Atombombe im Iran. Auch Pakistan hat Nuklearwaffen und es gibt keine Probleme. Israel ist auch dort sicher nicht beliebt, aber es steht auch nicht auf der Agenda Israel von der Karte zu tilgen. Oder aus den Geschichtsbüchern. Das mit der Karte sei ja "falsch übersetzt", wie besonders scharfsinnige Menschen gerne erklären.
Das kleine Land wird sich nicht darum reißen eine weitere Front aufzumachen. Das Problem der Iranischen Atomwaffen wird nur durch aggressive Rhetorik und eindeutige Handlungen (wie die Unterstützung von Hamas und libanesischer Hisbollah) akut.

Andererseits besteht natürlich das Risiko, dass die Revolution im Iran niedergeschlagen wird und ausbleibt. Und dann wird es interessant wie Ahmadinedschad sich verhalten wird. Er hat einen Schuss vor den Bug bekommen, er weiß nun, dass sein Rückhalt in der Bevölkerung weit geringer ist als gedacht. Wie wird er sich verhalten? Bislang hat er innenpolitische Probleme durch außenpolitischen Aktionismus übertüncht und mit Feindbildkonstruktion (USA, Israel, GB, "westliche Länder"...) abzulenken versucht. Das hat offenbar nicht gereicht.

Könnte aber ein Krieg, ein offener Angriff Israels die Iraner zusammenschweißen? Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass Ahmadinedschad in Zukunft noch aggressiver auftreten würde und eine Eskalation noch stärker provozieren würde.
Und nun stellt sich in Israel die Frage: Wenn ein Scheitern der Revolution absehbar würde... Sollte man die Gelegenheit des Durcheinanders nutzen und die Atomanlagen plätten?

Zweifellos wäre das der Todesstoß für die Revolution, das wissen auch die Israelis. Aber sofern die Proteste ohnehin im Sande verlaufen, das Regime das gleiche bleibt... Es wäre egal. Die Feindschaft zum Iran wäre auf Jahre gefestigt und intensiviert - das Bedrohungspotential durch den Iran andererseits drastisch reduziert... Und die Gelegenheit - rein militärisch betrachtet - womöglich günstig.


Ist Ahmadinedschad tatsächlich ein Irrer - oder provoziert er nur, pokert?
Als 2007 15 britische Soldaten im Iran gefangengenommen wurden, drohte der Westen, spuckte große Töne, bettelte mit Tränchen in den Augen, machte sich lächerlich. Nachdem Ahmadinedschad die Briten der Weltöffentlichkeit vorgeführt hatte, ließ er die Soldaten als "Ostergeschenk" an GB wieder frei, ehe ernsthaft etwas eskalieren hätte können. Ein großartig inszenierter Propagandacoup. 1:0 für den womöglich gar nicht so irren?
Demgegenüber steht seine Politik gegen Israel. Sie ist hochgradig unvernünftig. Er stellt den Holocaust in Frage. Mehrfach und auch gegenüber deutschen Reportern. Er bedroht offen Israel und unterstützt dessen Gegner. Er will die Atombombe.
Nun könnte man sagen, dass der Iran das selbe Recht wie alle anderen Länder auch hätte. Schließlich habe auch Israel Nuklearwaffen. Dagegen gibt es an sich kein vernünftiges Argument. Nur was bringt einem dieses "Recht"?
Das jüdische Volk hat schon einmal die unvernünftigen Phantasien eines Diktatoren nicht ernst genommen. Ein demokratisch an die Macht gekommener Führer einer Nation mit großer kultureller und naturwissenschaftlicher Geschichte. Das jüdische Volk wird sich nie wieder auf die Macht der Vernunft verlassen. Auch nicht darauf, dass der Iran sich durch ein Atomarsenal abschrecken ließe. Die Devise lautet: nie wieder Holocaust! Nie wieder Opfer sein! Der Aufstand im Warschauer Ghetto wurde zur Staatsräson. Das ist nicht die Schuld der Iraner, aber es ist politische Realität.

Die iranischen Theokraten Irrsinn zu unterstellen liegt zudem nicht prinzipiell fern. Während des Krieges gegen den Irak schickte man Kinder über die Minenfelder, sodass das schwerere militärische Gerät nicht beschädigt wurde. Um ihren Hals trugen sie Plasteschlüssel für den Eintritt ins Paradies. Viele wurden zu Krüppeln und Märtyrern.
Nun gut, es war Krieg. Aber er wurde "total" geführt, ohne Frage. Ahmadinedschad ist ein Kind der 79er Revolution, er hat unter der Theokratie Kariere gemacht, er ist mit der Ideologie des Märtyrertums vertraut. Kann man sich darauf verlassen, dass er Angst vor Atomwaffen hat? Zweifellos hat auch die Iranische Führungselite ihre Atombunker. Formulieren wir die Frage anders: kann man sich darauf verlassen, dass er Angst um sein Volk hat?
Die Reaktion auf die derzeitigen Proteste lassen zumindest nicht darauf schließen. Es geht nicht um das Volk, es geht um das "höhere" Ziel.

Dass sich mit Ahmadinedschad ein schwerer Konflikt vermeiden lässt ist also nicht allzu wahrscheinlich. Die Folgen währen verheerend: Der Iran würde seine libanesischen und palästinensischen Handlanger mit in den Krieg ziehen, womöglich auch Syrien. Israel würde sich vermutlich an die USA wenden und diese dürften sich dem Sog kaum entziehen können. Auch die Türkei dürfte ins Taumeln geraten: Gegen Syrien bestand (besteht?) mit Israel ein Verteidigungspakt. Allerdings ist Israel auch hier in der Bevölkerung unbeliebt. Unbeliebt ist der Judenstaat auch in Ägypten, wohingegen das Regime dort sich sehr zuvorkommend gegenüber Israel verhält und sich über die Eindämmung der Macht von Hamas & Konsorten freut: Islamismus ist auch in Ägypten ein Problem. Darüber hinaus gibt es ein gewisses Misstrauen zwischen Persern und Arabern, sodass auch hier die Fronten nicht zwangsläufig klar wären.
Wahrscheinlicher wäre das Ausbleiben eines Flächenbrandes im Bezug auf konventionelle Streitkräfte, aber ein bedeutender Anstieg terroristischer Aktivität, die Destabilisierung der gesamten Region, Revolten in vielen Ländern.

Klare Vorraussagen für dieses Szenario lassen sich nur im Bezug auf den Iran selbst treffen: Die bislang festgesetzten Unruhestifter bekämen ein abgekürztes Verfahren, würden zu Spionen und Saboteuren Israels erklärt und als Problem aus der Welt geschafft.


Mag Bar Diktator!

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Mittwoch, Juli 01, 2009

Die Stimmzettel...


Quelle

...wurden bei der Wahl unansehnlich gefaltet und in der Urne womöglich Geknickt.
Eine noble Geste des Regimes war es daher, die Stimmzettel vor der abermaligen Auszählung ordentlich zu bügeln. Das macht ästhetisch mehr her und überhaupt einen guten Eindruck...


Quelle

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Donnerstag, Juni 25, 2009

Abermals Iran...

Meine Worte in gewohnter Weise mit äußerster Bedacht wählend, rufe ich in die Welt hinaus:

Fuck you, Ahmadinedschad!

Aber natürlich ist er nur ein missverstandener Präsident einer lustigen Theokratie. Er möchte gar keine Gewalt. Er möchte allerdings halt auch nicht abgewählt werden. Ein echtes Dilemma. An seiner Stelle wäre ich jetzt höchst ungern. Was allerdings nicht zuletzt an seinen bärtigen Freunden liegt. Außerdem ist mein Farsi ehr bescheiden. Wobei man mit "marg bar..." sicher ganz gut über die Runden kommt.

Der Mann, dessen Vorname mich an ein ausgestorbenes Rüsseltier zu erinnern pflegt, ist immerhin auch ein nicht wegzudenkender Bestandteil der internationalen Bloggerszene. www.ahmadinejad.ir
"Server is too busy", ist derzeit dort zu lesen. Man ahnt: es wird wohl am plötzlich gesteigerten Interesse an seinen geistigen Ergüssen liegen. Oder an Hackern...


Aber genug der billigen Polemik. Man darf auch nicht vergessen, dass die Islamische Republik gerade einmal 30 Jahre alt ist. Ein zartes Pflänzchen, das gegossen werden will!



(Bild geklaut bei www.hyscience.com)

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Sonntag, Juni 14, 2009

Top News aus dem Iran

Während westliche Medien und zahlreiche Blogs die Krawalle nach den Wahlen im Iran verfolgen, weiß auch Farce News von spektakulären Ereignissen zu berichten:



Quelle

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Samstag, Juni 13, 2009

Chaostage im Iran?



Zugegeben. Chaostage, 1.Mai-Krawalle und G8 Gipfel geben martialischere Bilder ab.
Aber im Iran nach den Wahlen sind vermutlich auch nicht nur Erlebnisorientierte Jugendliche auf der Straße. Also hoffentlich nicht nur einen Tag. Hoffnungen auf eine 2. Revolution mache ich mir zwar nicht, aber vielleicht passierts ja trotzdem ;)

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